Forschung
Das Department Chemie fokussiert sich auf das Forschungsfeld Funktionale Materialien. Wesentliche Ziele sind die Herstellung
und Charakterisierung neuer Substanzen mit gezielter Struktur und
Reaktivität sowie deren Applikation in nachhaltigen Prozessen. Diese
Substanzen übernehmen spezifische physikalisch-chemische Funktionen;
sie wirken steuernd/regelnd auf grundlegende Eigenschaften von
Materialien und auf chemische Prozesse. Die Forschung ist durch folgende
drei Schwerpunkte gekennzeichnet:
Schwerpunkt Synthese und Struktur
Basis
für die Chemie als Lehre vom Aufbau, dem Verhalten und der Umwandlung
von Stoffen ist die Synthese mit dem Ziel der Entwicklung und
Herstellung von Materialien mit hoher Wertigkeit. Da diese selbst heute
mittels leistungsstärkster Großrechenanlagen nur in sehr begrenztem
Umfang berechnet werden können, wird die Chemie auch in Zukunft eine
Wissenschaft sein, die in ihrem Kern präparativ-synthetisch orientiert
ist. Die präparative Chemie steht immer am Beginn einer Prozesskette
vom Stoff mit einer erwünschten Eigenschaft bis hin zum fertigen
Produkt. Diese synthetisch-präparative Expertise ist aber auch bei
allen Schritten der Konditionierung innerhalb dieser Prozesskette die
unabdingbare Voraussetzung für deren erfolgreichen Abschluss. Sie
erfordert methodische Breite und stoffliche Tiefe und kann sich am
besten aus einer intensiven Grundlagenforschung auf einem der aktuellen
chemischen Forschungsfelder heraus entwickeln.
Schwerpunkt Optoelektronik und Photonik
Im
Rahmen dieses chemisch-physikalischen Schwerpunkts werden Themen aus
den Bereichen der physikalischen, organischen, makromolekularen und
anorganischen Chemie bearbeitet. Im Mittelpunkt des Interesses stehen
neue funktionale Materialien mit interessanten elektronischen und
optischen Eigenschaften auf polymerer, kolloidaler und kristalliner
Basis. Besondere Bedeutung kommt den Flüssigkristallen und
Ausgangsverbindungen, die auf die Herstellung von
Verbindungshalbleitern und Thermoelektrika in Form von Filmen und
Nanopartikeln abheben, zu. Der Fähigkeit zur Selbstorganisation kommt
dabei eine wichtige Schlüsselrolle zur Herstellung von Mikro- und
Nanostrukturen zu. Diese Materialien besitzen ein hohes Potenzial für
Anwendungen im Bereich der Elektronik sowie der Erzeugung und Detektion
von Licht, der integriert-optischen und opto-optischen
Signalverarbeitung, der optischen Datenspeicherung und der Darstellung
von Informationen (Displays).
Die Relevanz dieses
Forschungsschwerpunkts wird durch das gemeinsam mit dem Department
Physik und dem Institut für Elektrotechnik gegründete „Center für Optoelektronik und Photonik (CEOPP)" und durch das von der DFG geförderte Graduiertenkolleg 1464 „Periodische Strukturen in Optoelektronik und Photonik“ verdeutlicht.
Schwerpunkt Polymere Materialien und Prozesse
Im
Fokus dieses chemisch-technologischen Schwerpunkts stehen, ausgehend
von Synthesen komplexer technischer Materialien auf Polymer- und
Kompositbasis, deren Applikationen in Grenzflächenprozessen unter
Beachtung ihrer Wechselwirkungen mit der Umgebung insbesondere
Adhäsion und Korrosion. Eine weitere wesentliche Aufgabe liegt im
Scaling-up der Herstellungsprozesse unter optimierten
Prozessbedingungen mittels Methoden der Modellierung und Simulation.
Diese Arbeiten werden ergänzt durch computerbasierte Modellierung von
Haftungseigenschaften an Polymeroberflächen und Oxidoberflächen in
Kooperation mit der Theoretischen Physik. Darüberhinaus tragen
grundlegende Struktur- Wirkungsuntersuchungen auf dem Gebiet der
Weichen Materie / Hybridmaterialien / Makromolekulare Chemie in
beträchtlichem Umfang zu diesem Schwerpunkt bei. Die hierfür
eingesetzten physikalischen Meßmethoden gewährleisten dabei nicht nur
ein hohes Niveau auf dem Gebiet der Polymeranalytik, sondern öffnen
auch vielversprechende Zugänge zu Großforschungseinrichtungen.
Dieses
Portfolio im Department Chemie ist Basis für Kooperationen mit der
Fakultät für Maschinenbau auf den Gebieten Materialwissenschaften,
Kunststofftechnik und Kleb- und Fügetechnik sowie Mechanische
Verfahrenstechnik. Somit wird die Abbildung der gesamten Prozesskette
aus Chemie, Verfahrens-, Kunststoff- sowie Klebstofftechnik in
gemeinsamen Forschungsarbeiten ermöglicht und umgesetzt. Diese
Verzahnung von Chemie und Maschinenbau hat ihren Niederschlag in der im Juli 2009 erfolgten Gründung des „Instituts für Polymere Materialien und Prozesse (PMP)“ gefunden.
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