Forschung
"Intensivierung strömungsbasierter Prozesse der chemischen Technik"
Die Intensivierung technisch chemischer Prozesse erfordert neben experimentellen Untersuchungen die theoretische Durchdringung des komplexen Zusammenspiels zwischen Hydrodynamik, konvektivem und diffusivem Stofftransport sowie chemischer Reaktion. In Mehrphasensystemen kommen Stoffaustausch sowie dynamische Verformung der Phasengrenzfläche hinzu. Eine große Herausforderung ist dabei die oftmals enorme Mehrskaligkeit solcher strömungsbasierten technisch-chemischen Prozesse, bei der relevante Teilprozesse auf räumlich und/oder zeitlich weit auseinander liegenden Skalenbereichen ablaufen. Ziel ist es, auf Grundlage von theoretischer Analyse und numerischer Simulationen mittels vereinfachender mathematisch-mechanistischer Modellierung die Lücke zwischen den in praktischen Anwendungen eingeführten integralen Prozessmodellen und den in der akademischen Forschung aktuell genutzten mathematisch-mechanistischen Modellen zu schließen.
Forschungsschwerpunkte und aktuelle Projekte:
- Stofftransport und Chemische Reaktion
Strömungsbasierte Mischprozesse sind grundlegender Bestandteil vieler
chemischer Prozesse. Realisierbare Mischzeiten reichen von einigen
Millisekunden bis zu Sekunden, wobei die vollständige Homogenisierung
oft nicht sichergestellt ist. Werden kinetische Parameter chemischer
Reaktionen dieses Zeitskalenbereichs ohne Berücksichtigung der
Mischprozesse bestimmt, sind sie mischungsmaskiert und geben die
inhärente chemische Kinetik nicht wieder. In diesem Projekt wird die
Validierung und Anwendung einer Methode zur Bestimmung inhärenter
chemischer Kinetiken von in Flüssigphase ablaufenden chemischen
Reaktionen im stationären, laminaren Flachbettmikroreaktor
vorgestellt. Der verfolgte Ansatz basiert auf der mechanistischen
Modellierung der Molmengen unter Berücksichtigung von Konvektion,
Diffusion und Reaktion und der Bestimmung der unbekannten Parameter
durch Anpassung des Modells an experimentell ermittelte
Konzentrationsverläufe. DFG-Teilprojekt (PAK119): Modellbasierte Bestimmung lokal gültiger Kinetiken chemischer Reaktionen in Flüssigphase mittels Flachbettmikroreaktor
- Polymerreaktionstechnik
Die Synthese, Aufarbeitung, und Verarbeitung von polymeren Materialien erfordern geeignete Apparate. Wohl eingeführt im Hochviskosbereich sind Schneckenmaschinen. Im Falle des Erfordernisses langer Verweilzeit und geringer Rückvermischung zur Erzielung notwendiger Mischgüten bzw. enger Eigenschaftsverteilungen (z.B. der Molmasse) sind Kneter von besonderem Interesse. Sie sind jedoch in ihren komplexen Wirkmechanismen, insbesondere in Hinblick auf effiziente Prozessführung und die Beeinflussung der Produkteigenschaften, noch zu wenig verstanden. Daher kann der Prozessintensivierung von polymeren und auch polymeranalogen Umsetzungen in Knetern, wie der Polymerisation selber, der Polymermodifizierung durch Blenden weiterer Komponenten, der Blendkompatibilisierung, der Erzeugung bi- und multimodaler Systeme sowie nanoskaliger Strukturen, derzeit nur sehr begrenzt nachgekommen werden. FP7-EU-Projekt F3-Factory: Reaktionstechnische Charakterisierung von Zweiwellenknetern
|
Index A-Z | Impressum | Webmaster | Login | Geändert am: 18.01.2010