Zum Mechanismus

Mit dem DPE-Verfahren werden Blockcopolymerdispersionen in einem zweistufigen Prozess hergestellt. Im ersten Reaktionsschritt wird aus hydrophilen Monomeren (Acrylate, Methacrylate: Methylmethacrylat, Acrylsäure, etc.), 1,1-Diphenylethylene und Peroxodisulfat als Initiator ein oligomerer, hydrophiler Präkursor hergestellt.

Dieser Präkursor ist die stabilisierende Spezies im 2. Polymerisationsschritt. Hier werden unpolare Monomere ((Meth)acrylate, Styrol etc.) in einem Additions-Fragmentierungs-Mechanismus an dieses hydrophile Segment gekoppelt. Die so gebildeten amphiphilen Blockcopolymere aggregieren sofort zu Mizellen, die nach weiterer Monomerzugabe von 10 nm Durchmesser bis zu einer Größe von 50-150 nm wachsen.

Nach diesem Verfahren sind Dispersionen von unkonventionellen Blockcopolymeren mit Core-Shell-Strukturen herstellbar.

Sie zeigen einige anwendungstechnisch interessante Eigenschaften:

  • Sie zeigen ein Filmbildeverhalten deutlich unterhalb der Glasübergangstemperatur und können als lösemittelfreie Beschichtung- und Klebstoffsysteme eingesetzt werden.
  • Ihre funktionalisierten Dispersionspartikel lassen sich lokal auf verzinkten Substraten adressieren und dadurch eine korrosionsinhibierende Wirkung erreichen.
  • Durch ihre spezielle mizellare Struktur bedingt lassen sich sowohl die Nukleation als auch das Partikelwachstum von Calziumcarbonat- und Bariumsulfat-Nanopartikeln steuern; verschiedene Partikelmorphologien und mineralische Hohlkugeln sind darstellbar.